Weihnachten mit Sorgen

Hallo Welt,

tagelang habe ich nun überlegt, ob und was ich schreibe.
Natürlich sind auch wir in Vorweihnachtsstimmung.
Natürlich backen auch wir Plätzchen, dekorieren die Wohnung und gestalten den Adventskranz.
Dazu habe ich auch einige Fotos gemacht und wollte einen Blogbeitrag darüber schreiben,
wie er im Moment auf fast allen Blogs zu finden ist.

Doch unsere Weihnachtsstimmung wird dieses Jahr überschattet von der Sorge um eines unserer Kinder.

Vor 3 Jahren fingen wir an uns langsam von den schwierigen Jahren davor zu erholen.
Ich war eine zeitlang alleinerziehend mit meinen beiden großen Kindern.
Da musste jeder Cent zweimal umgedeht werden.
Dann lernte ich meinen jetztigen Mann kennen. Der war gerade dabei sein Patent für die Seefahrt zu machen.
Die Studienzeit war eine sehr schöne und freudige Zeit.
Wir heirateten, bekamen ein gemeinsames Kind und lebten auf engstem Raum alle glücklich zusammen.
Nur das Geld war auch in dieser Zeit immer sehr knapp.
Als mein Mann dann anfing wieder zur See zu fahren, ging es endlich wieder bergauf.
Wir konnten unseren Kindern endlich auch mal den einen oder anderen Herzenswunsch erfüllen.
Damals war mir aber eines immer ganz bewußt :
ich konnte meinen Kindern immer ein warmes Dach über dem Kopf geben und
sorglos Lebensmittel einkaufen um sie zu ernähren.
Ich werde diesesn Moment nie vergessen, an dem ich einfach alles in den Einkaufswagen packen konnte
wonach uns gerade war.
Das erste was ich damals zu meinem Mann sagte war:" Jetzt könnten wir locker noch ein Kind großziehen."
Doch leider traute ich mir das nicht mehr zu.
Mit 3 Kindern bin ich für meine Verhältnisse sehr gut ausgelastet.

Ich wünschte mir von ganzem Herzen aber immer noch ein 4.Kind dazu.
Somit kam Angelica in unsere Familie.
Wir entschieden uns einer anderen Familie auf dieser Welt die Möglichkeit zu geben eines ihrer Kinder
etwas sorgenfreier groß werden zu lassen.
Weihnachten 2010 wurden wir Paten bei Plan Deutschland.


Mir war es damals ganz wichtig ein Kind auf den Philippinen zu unterstützen.
Da ich ein paar mal mit an Bord der Schiffe meines Mannes war, habe ich mich auch immer mit der
Besatzung unterhalten. Der überwiegende Teil davon stammt von den Phillippinen.
Aus diesen Gesprächen wusste ich, das die Männer ihre Familien oft 9-10 Monate im Jahr nicht sehen.
Sie nehmen das in kauf, um ihren Familien ein besseres Leben zu ermöglichen.
Das hat mich jedesmal tief berührt.
Denn für mich waren die 4 Monate der Trennung jedesmal der absolute Horror.

Als wir den ersten Brief von Plan erhielten haben wir uns alle sehr gefreut.
Er enthielt einen Bericht darüber, wo und wie unser Patenkind lebt und ein Foto.
Sie lebt mit ihrere Mutter, ihrem Vater und 2 weiteren Geschwistern im Occidental Mindoro.
Sie ist genau so alt wie unsere Tochter. Diese freute sich damals besonders über die Patenschwester.
Viele Briefwechsel folgten in den letzten 3 Jahren. Es ist schön zu lesen das es ihr gut geht.
Anhand der Fotos sehen wir, das sie immer größer wird. Das freut uns jedesmal.
Manchmal ist auch ein selbstgemaltes Bild dabei.
Manchmal schicken auch wir ein Foto, Postkarten oder ein kleines Geschenk.


Vor fast 3 Wochen fegte der Taifun Haiyan über die Phillipinen.
Im ersten Moment habe ich nur gedacht, hoffentlich ist das Gebiet in dem Angelica lebt nicht betroffen.
Dann sieht man täglich die Bilder in den Medien und erkennt das Ausmaß der Zerstörung.
Tagelang ließ mich das Thema nicht los.
Ein Anruf bei Plan schaffte leider keine Klarheit über den Verbleib unseres Patenkindes.
Alle Gebiete die Plan betreut sind betroffen. Vor Ort wird nach den Familien und Kindern die Plan betreut
geforscht. Viele sind in Notunterkünften oder bei Verwandten untergekommen.
Genaueres wissen man noch nicht.
Wir werden warten müssen und Hoffen das es ihr gut geht.



Ich werde das Leid in dieser Welt leider nicht ändern können.
Ich kann nur im Kleinen, in meiner Familie dafür sorgen das ich ewtas weitergebe an meine Kinder.
Den Gedanken zum Beispiel, das nicht alle Menschen auf dieser Welt es so warm an Weihnachten
haben wie wir. Das es nicht jedes Kind auch in unserem Land so gut hat wie meine Kinder und
das wir jeden Tag unheimlich dankbar dafür sind.
Glück macht nur glücklich, wenn man es teilen kann.
Wenn jeder der es sich leisten kann eine Patenschaft  übernimmt,
dann wäre vielen Kindern auf dieser Welt geholfen.



Ich wünsche euch allen einen friedlichen 1. Advent.





Keine Kommentare: