Englischer Porkpie

Hallo Welt !

Als ich bei Clara las, dass das Thema von " Ich back's mir " diesen Monat "Pie" lautete,
wurden bei mir sofort Erinnerungen aus meiner Jugend geweckt.
Einige Urlaube verbrachten meine Eltern und ich damals in Mittelengland,
um ganz genau zu sein in den Cotswolds. Diese Region wird nicht ohne Grund das Herz von England genannt. Kleine, aus gelbem Sandstein geschaffene Dörfer fügen sich malerisch in die sanftten Hügel dieser
ursprünglichen Landschaft ein. Ich erinnere mich noch sehr gut an viele Spaziergänge durch goldene Weizenfelder auf kleinen Fußwegen mitten hindurch, auch public footpath genannt. An verwunschene Cottages, bei denen man meinen könnte, dass die Zeit einfach seit ihrer Erbauung im vergangegen Jahrhundert stehen geblieben sei. Oft besuchten wir große, alte englische Gärten. Diese schmiegten sich ganz wundervoll um alte Herrenhäuser. Damit verliehen sie ihnen eine so romantische Athmospähre, dass man sich sofort vorstellen konnte, wie sich ihre Bewohner bei einem five o'clock tea direkt vor einem auf der Terrase
versammelten.
Leider war ich zu dieser Zeit im Teenageralter und das Langweiligste was ich mir vorstellen konnte,
waren endlose Wanderungen durch die einsame Natur von Mittelengland.....schade, denke ich heute.
Denn wenn ich nun daran zurückdenke, würde ich mir wünschen, noch einmal genau so einen Urluab in einem alten Cottage zu verbringen, mit den romantischen Vorstellungen, die man als Frau meines Alters heute durch meine Lieblingsserie Downton Abbey hegt.
Das Einzige, woran ich mich erinnern kann und was ich schon damals total klasse fand, waren die Bäckereien in den Dörfern. Denn dort gab es Sachen, die ich noch nie vorher gesehen oder gegessen hatte.
Ich erinnere mich noch, was für einen Heißhunger ich auf die leckeren kleinen Pasteten, Cornish Pasties
und Pies nach langen Spaziergängen entwickelte. Wie glücklich war ich, wenn meine Eltern irgendwo auf einem Hügel ihre Rucksäcke öffneten und eine kleine, lecker gefüllte Blätterteigtasche hervorzauberten, die ich dann genüßlich aß und dabei meinen Blick über Mittelengland schweifen ließ.
Ja, das Essen hatte es mir einfach schon immer angetan. Vor allem im Urlaub. Somit brauchte ich gar nicht lange zu überlgen, was ich zum Thema Pie backen würde. Natürlich einen Porkpie.

Hier ist das Rezept :

Füllung:

etwa 1 ½ kg  Schweinefleisch aus der Schulter mit Knochen und Schwarte
etwa 1 ½ l Wasser
200 g gekochter Schinken am Stück
1 Zwiebel
500 g Hackfleisch (halb und halb)
125 g Creme double
1 Eiweiß (Größe M),  das Eigelb aufheben zum bestreichen
1 EL gehackter Salbei
1 EL gehackter Rosmarin
etwa 1 EL Worcestersoße 
Salz
Pfeffer und ein wenig Bockshornkleesamen gemahlen

Blätterteig:

2-3 Packungen, je nachdem wie groß eure Form ist. Ideal wäre 28cm Durchmesser.

Gelee:

1 Möhre
½ Porreestange (Lauch)
80 g Knollensellerie
1 Zwiebel
1 Lorbeerblatt
2 Zweige  frischer Thymian
1 TL schwarze Pfefferkörner
Salz
4 Bl. weiße Gelatine

Zum Bestreichen:

1 Eigelb (Größe M) 

 

Zubereitung

1

Füllung:

Schwarte, Knochen, Sehnen und Fett vom Fleisch lösen, abschneiden und in dem Wasser zum Kochen bringen. Etwa 45 Min. bei mittlerer Hitze leicht kochen lassen. Fleisch und Schinken in kleine Würfel schneiden. Zwiebel abziehen und in feine Würfel schneiden. Alles zusammen mit dem Hackfleisch, Crème double, Eiweiß, Salbei, Rosmarin, Bockshornkleesamen und Worcestersoße in einer Schüssel vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

2
Backofen vorheizen.
Ober-/Unterhitze: etwa 200°C
Heißluft: etwa 180°C 


3

Blätterteig:


Backform fetten und mit gut der Hälfte Blätterteig auslegen, so dass etwas Teig über den Rand der Form steht. Die Füllung in die Form geben und glatt streichen. Den übrigen Blätterteig vierteln und über die Füllung legen, der Rand sollte etwas überlappen. Mit einem Ausstecher in der mitte ein Loch ausstechen oder mehrere kleine Löcher. Aus eventuellen Teigresten beliebige Motive, z. B. kleine Blätter ausstechen oder ausschneiden. Den Rand aus beiden überlappenden Teigschichten formen. Dazu beide Teige zusammendrücken und etwas einrollen. Die ausgestochenen Motive auflegen und alles mit Eigelb bestreichen. Da evtl. etwas Fleischsaft austreten kann, Form auf einem mit Backpapier belegten Rost in den Backofen schieben.
Einschub: unteres Drittel
Backzeit: etwa 40 Min. 
 
4

Gelee:

Möhre, Porree und Sellerie putzen, bzw. schälen. Zwiebel abziehen. Gemüse mit Lorbeerblatt, Thymian und Pfefferkörnern zu den vorgekochten Knochen und Abschnitten geben und alles etwa 1 1/2 Std. bei mittlerer Hitze kochen lassen.

5
Nach 40 Min. die Backofentemperatur reduzieren und die Pie fertig backen.
Ober-/Unterhitze: etwa 180°C
Heißluft: etwa 160°C
Backzeit: etwa 45 Min.
Die Pie etwa 2 Std. auf einem Kuchenrost abkühlen lassen.

6
Die Fleischbrühe auf einem Sieb abgießen. Die Flüssigkeit in einem Topf auf etwa 400 ml einreduzieren lassen. Gelatine nach Packungsanleitung einweichen. Brühe mit Salz abschmecken und die ausgedrückte Gelatine darin unter Rühren auflösen. Die Flüssigkeit etwas abkühlen lassen und dann durch das Loch im Teigdeckel vorsichtig in die Pie gießen. Dabei evtl. mit einem Messer den Teig etwas anheben. Die Pie mindestens 3 Std., am besten über Nacht auskühlen lassen.





Das Rezept erfordert etwas Übung, aber es lohnt sich auf jeden Fall.
Mann kann den Pie bis zu drei Tage im Voraus backen.
Dazu gibt es bei mir selbstgemachte Remoulade und ein kühles Bier.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und bin schon ganz gespannt auf all die anderen
Rezepte.

Herzliche Grüße,
Frau Hamburg 

Kommentare:

Rebekka // Rheinherztelbe.de hat gesagt…

Wow - sieht das gut aus! Mit Bier und Remoulade bestimmt ein Genu��

Liebe Grüße,
Rebekka

Villa ❤ Stoff hat gesagt…

Liebste Viktoria,

der sieht so so so so so lecker aus (und so sensationell tolle Bilder) & ich hätte ihn zu gerne probiert! 😋

Liebe Grüße nach Hamburg
Maria

Frau Hamburg hat gesagt…

Liebe Maria !
Vielen Dank und ich hätte ihn sehr gerne mit dir gegessen :-)
Vielleicht ein anderes mal !!

Viel Spaß weiterhin und bis bald ,
Viktoria