Theo on tour- mit dem VW Bus an die Ostsee

Hallo Welt,

mensch lange nichts mehr in meinen Blog geschrieben, dabei ist so viel passiert in der letzten Zeit.
Eigentlich hatte ich so gute Vorsätze für dieses Jahr. Unter anderem mehr Bloggen. Aber wie das so ist mit den neuen Vorsätzen, die schmeißt man ja oft schon am 1. Januar wieder über den Haufen oder man schiebt sie erfolgreich in die hinterste Ecke des Bewusstseins.

Dabei hatten wir in den vergangenen Wochen ein paar so schöne Erlebnisse mit unserem neuen VW Bus, über die ich gerne ein wenig berichten möchte.
Seit vielen Jahren habe ich mir schon einen VW Bus gewünscht. Ich habe immer die Menschen bewundert, die mit dem Bus am Strand standen. Türen auf, Stühle raus, Musik an, kühle Drinks in der Hand und der Tag ist perfekt. Damit verbinde ich so ein Gefühl von Freiheit. Das wollte ich auch wahnsinnig gerne mal erleben.
























Man kann sich einfach in sein Auto setzten und dorthin fahren, wo es einen gerade hinzieht. Ob an den Strand oder lieber in den Wald. Je nachdem wonach einem gerade ist. Einfach sollte es sein. Leichtes Gepäck, nicht zu viel Aufwand und bitte streichen wir das Wort Stress aus unseren Gedanken. Alles sieht immer so leicht und simpel aus, wenn man auf diese Bulli Menschen trifft. Das waren jedenfalls meine Gedanken, bevor wir das erste Mal unsere Sachen packen, um an die Ostsee zu fahren und unsere erste kleine Reise dort zu verbringen.
Wir wollten nur zwei Nächte auf einen kleinen Campingplatz in Rerik verbringen. Nichts großes, nichts spektakuläres, nichts aufregendes, einfach nur mal ganz schlicht und einfach raus ans Meer. Das Wochenende in einer Jogginghose verbringen. Ganz egal wie man aussieht. Einfach mal man selbst sein. Einfach mal bei sich ankommen. Einfach mal abschalten. Wir hatten uns den Bus gewünscht, um einen Ausgleich zu haben für den bei unserer Großstadtwohnung fehlenden Garten. Mehr Zeit in der Natur mit dem Kind verbringen. Einfach mal mehr raus.

Bei dem Anblick der Taschen, die sich langsam im Flur stapelten wurde mir abwechselnd heißt und kalt. Nach leichtem Gepäck sah das überhaupt nicht aus. Eher, als wenn eine fünfköpfige Familie einen mehrwöchigen Roadtrip durch Europa plante. Da waren über Gummistiefel, dicke Decken, Wollsocken und Regenschirme alles dabei bis hin zur Sonnencreme und kurzen Hosen. Ich meine wir reden hier von zwei Übernachtungen in einem VW Bus. Das einfache Leben halt. Alles ganz basic.
Aber beim packen stellte ich fest, das man auch wenn man nur das Notwendigste einpackt für uns und ein Kind, es in unseren Breitengraden eine Menge Notweniges gibt, das gebraucht werden könnte. Ganz einfach war das jedenfalls schon mal nicht. Aber vielleicht bekommt man ja mit der zeit ein wenig mehr Routine beim packen.
























Egal dachte ich, das Auto ist ja groß und wir ja noch ganz unerfahren in Sachen Camping. Einfach alles einpacken, was da jetzt im Flur steht. Hauptasche es geht endlich los.

Das Ostseecamp in Rerik hatte einige Stellplätze mit direktem Blick aufs Meer. Morgens die Heckklappe auf und vom Bett auf das Meer schauen. So hatte ich mir das vorgestellt. Als wir ankamen, waren auch noch genug Plätze in der ersten Reihe frei. Kurze Zeit später wussten wir auch warum. Als wir dort so standen am oberen Ende der Steilküste und der Wind uns so um die Ohren bließ, als wolle er uns den Abhang herunter pusten, fragten wir an der Rezeption nochmal nach einem etwas windgeschützterem Platz.....ich sage ja, wir sind noch ganz neu in diesem Branche.






































Wir haben dann einen Stellplatz genommen, der durch eine große Hecke zum Meer hin etwas windgeschützter war. Hier stimmten meine Vorstellungen von dem Wochenende mit Meerblick schon mal nicht überein, aber manchmal siegt dann einfach die Vernunft. Nachdem es einige Unstimmigkeiten zwischen Mann und Frau bezüglich der Ausrichtung des Autos, des Aufstellen eines Windschutzes und des erstmaligen Umbaus der Rückbank zu einer Schlafstätte gab (ich verzichte hier bewusst auf Details), wurde wenigstens ein Teil meiner romantischen Vorstellung von einem Wochenende an der Ostsee für den Rest des Tages erfüllt. Die Sonne kam raus und wir genossen draußen zu sein.




















Wie man sieht, es fehlte an nichts. Ganz im Gegenteil, sicherlich hätte man einiges weglassen können, was mein Mann ganz zu Recht als Tüdelkram bezeichnete. Aber wisst ihr was ? Ich liebe Tüdelkram! Ohne Tüdelkram, ohne mich könnte man sagen. Was natürlich in absolutem Gegensatz zu meiner Vorstellung von einem ganz einfachen Urlaub im Bus steht. Aber was ist das Leben bitte ohne Lammfelle im Klappstuhl bei Temperaturen im einstelligen Bereich? Oder einer Wimpelkette, Tischdecke oder einer Pflanze im Bus. Urbanjungel ist ja schließlich gerade ein Thema. Also musste diese Pflanze mit, ganz egal ob das nun Sinn machte oder nicht. Es sah gut aus und das reichte als Argument völlig.




















Nachdem alles an Ort und Stelle war, überkam uns der Hunger. Da wir immer noch keinen Gaskocher hatten, statteten wir dem Restaurant auf dem Platz einen Besuch ab. Dort gab es eine wirklich leckere Soljanka und ein Bier dazu. Ich frage mich gerade immer, ob es sich tatsächlich lohnt für einen Kurztrip überhaupt das ganze Equipment um etwas zu kochen mit zu nehmen?
Schließlich ist es ja auch total lecker, regionale Köstlichkeiten zu genießen. Wir werden an dem Thema noch ein wenig basteln. Mal sehen, ob wir uns doch noch eine Draußenküche zulegen.

Den Abend verbrachten wir dann am Strand und das war wirklich total schön.
Kinder brauchen ja nicht viel, außer Wasser, Sand und ein paar Steine um sich stundenlang  beschäftigen zu können.
Und ich brauche nicht viel mehr, als den Blick auf das Meer, um glücklich zu sein.













































































































Allein dieser Sonnenuntergang war es wert, auch nur für eine Nacht an den Strand zu fahren.
Denn leider sind wir nur eine Nacht auf dem Campingplatz geblieben. Wir haben die nächtlichen Temperaturen im April dann doch etwas unterschätzt. Ich hatte wirklich das Gefühl Eiszapfen an der Nase zu haben in der Nacht.








































































Gemütlich war es aber auf jeden Fall im Bus. Für das Kind war es wie Abenteuerurlaub.
Er war so aufgeregt, das wir bedenken hatten, ob er einschlafen kann.
Doch Seeluft macht müde und wir schliefen alle sofort ein. Ich habe allerdings gefühlt jede Stunde den Hund in seinem Körbchen mit einer Wolldecke wieder zugedeckt, gegen die Kälte.

























Morgens mussten wir dann als erstes alle Fenster und Türen öffnen, um die Feuchtigkeit wieder
raus zu bekommen, die sich nachts an den Scheiben niedergeschlagen hatte. Doch es war wirklich herrlich so direkt in der Natur aufzuwachen. Ich bin dann gleich zum Waschhaus gegangen, um mir dort etwas Wasser für einen Kaffee heiß zu machen und Milch für einen Kakao. Als total praktisch haben sich dabei unsere Thermobecher erwiesen. Somit blieben die Getränke noch das ganze Frühstück über schön heiß. Zum Glück schien die Sonne und wir konnten draußen vor dem Bus frühstücken, immerhin mit Meeresrauschen im Hintergrund.
















































Ich denke der Hund fand alles eher merkwürdig. Als er so morgens in seinem Körbchen auf der Wiese lag sah man ihm an, das er sich fraget ob das nun unser neues zuhause sei? Und was ist denn aus dem alten zuhause geworden? Das war doch eigentlich ganz in Ordnung gewesen. Ich denke er braucht noch ein paar Urlaube mit dem Bus, um sich einzuleben in das Leben als Camper.
























Ein letzter Blick von unserem Stellplatz durch die Hecke und dann packten wir nach dem Frühstück
unsere Sachen zusammen. Noch eine Nacht im Bus hätten wir bei den Temperaturen mit dem Kind nicht gewollt. Auch wenn es wirklich sehr warm in unseren Schlafsäcken war, haben wir am Kopf doch unheimlich gefroren.
Wir sind dann ganz gemütlich noch ein wenig durch das ländliche Mecklenburg-Vorpommern gefahren und haben in Rerik noch einen kurzen Zwischenstop eingelegt. Reuik hat uns wirklich überrascht. Es liegt auf einer kleinen Landzunge genau zwischen der Ostsee und dem Salzhaff. Am kleinen Hafen lagen viele kleine Boote und es gab einen schöne Promenade mit vielen Cafés und Restaurants.
















































Theo parkte mit Blick zum Salzhaff


Der Strand in Rerik ist wirklich traumhaft schön.










































Auf dem Weg zurück nach Hamburg kamen wir an einem Spargelhof vorbei.
Das ist wahrscheinlich kein wirklicher Geheimtip mehr, aber ich muss den Hof hier einmal erwähnen, denn ich habe noch nie so guten Spargel gegessen.
Hof Sabö baut nicht nur seinen eigenen Spargel an, sondern man bekommt auch noch Schinken aus eigener Schlachtung dazu. Die zum Spargel gereichte Soße war mit großem Abstand die beste Soße, die ich je gegessen haben. Nicht so eine dickflüssige Soße Hollandaise, sondern eine feine helle Soße, die geschmacklich einfach traumhaft zu dem super frischen Spargel passte. Das beste war, das man dort so viel Spargel essen konnte, wie man wollte. Spargel satt sozusagen.


























Ganz alt trifft ganz neu


















































Es waren zwar nur zwei, aber dafür ganz tolle Tage mit dem Bus. Das werden wir auf jeden Fall wiederholen. Das Resümee vom Wochenende, wir brauchen viel weniger Ausrüstung, als wir eingepackt haben. Vor allem hatten wir zu viel Bekleidung mit. Eigentlich hatten wir die ganze Zeit das gleiche an. Ein paar bequeme Sachen reichen völlig aus. Essen hatten wir auch zu viel eingepackt. Die regionalen Leckereien der jeweilige Umgebung sollte man unbedingt probieren, das runden so einen Kurztrip auch kulinarisch wirklich ab. Was wir jetzt allerdings doch überlegen ist, ob wir uns ein Vorzelt für den Bus zulegen. Das hatten wir vorher eigentlich total ausgeschlossen. In der Praxis ist es dann aber doch so gewesen, das man abends natürlich alles wieder in den Bus räumen musste und morgens alles wieder aufbauen. Hätte es geregnet, dann hätten wir erst im Bus wieder alles umbauen müssen, um zu frühstücken. Um im Bus alles umzubauen, müssen allerdings dann alle im Regen draußen warten. Ich denke so ein Vorzelt hat doch einige Vorteile. Wir werden das hier zuhause nochmal besprechen.

Unter anderem haben wir uns nun doch noch eine Kabeltrommel von Outwell bestellt. Ohne CEE Stecker kommt man nicht weit auf einem Campingplatz und ganz auf Strom wollen wir dann doch nicht verzichten.

























Wir sind um einige Erfahrungen reicher und freuen uns nun auf weitere Trips mit dem Theo #theo_on_tour.  Vielleicht probieren wir bald mal unser neues Buch von Landvergnügen aus.
Darin findet man viele tolle Plätze zum übernachten und das ganz kostenlos.
























Herzliche Grüße,
Frau Hamburg